Ein Garten ist mehr als ein gestalteter Raum.
Er atmet, verändert sich, ruht und erwacht, folgt seinem eigenen Rhythmus und erzählt von der Zeit.
In einem Naturgarten verschmelzen Gestaltung und Natürlichkeit.
Hier entsteht Schönheit nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen, in lebendige Kompositionen, in Pflanzengemeinschaften, die sich selbst finden, und in all das Leben, das sich ansiedelt: Tiere, Insekten, Kleinstwesen. Licht, Wasser, Wind und Boden wirken zusammen – und lassen Räume entstehen, die sich stetig wandeln.
Ein Naturgarten ist ein Garten,
in dem die Natur mitgestaltet.
Er ist kein streng geformter Raum, sondern ein lebendiger Ort,
an dem sich Pflanzen, Tiere und Menschen begegnen.
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Ein Naturgarten ist ein naturnah gestalteter Garten, der sich an natürlichen Lebensräumen orientiert und die Biodiversität fördert. Durch die Verwendung standortgerechter Pflanzen, vorzugsweise einheimischer Wildpflanzen entstehen wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und viele weitere Tierarten.
Dabei verbindet ein Naturgarten ökologische Vielfalt mit einer attraktiven und lebendigen Gartengestaltung. Wildblumenwiesen, artenreiche Pflanzungen, naturnahe Hecken, Trockenmauern, Biotope und weitere ökologische Strukturen schaffen abwechslungsreiche Gartenräume, die sich im Laufe der Jahreszeiten stetig verändern.
Doch nicht nur die Natur profitiert davon. Ein Naturgarten schafft lebendige Gartenräume, die zum Beobachten, Entdecken und Verweilen einladen. Blühende Pflanzen, Schmetterlinge, Vogelgesang und das Summen der Wildbienen machen den Garten zu einem Ort, an dem die Natur mit allen Sinnen erlebt werden kann und schaffen eine besondere Verbindung zwischen Mensch und Natur.
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Klassische Gärten orientieren sich häufig an einer klaren Ordnung und einer vorwiegend gestalterischen Nutzung. Kurz geschnittene Rasenflächen, exotische Zierpflanzen, formale Hecken oder pflegeintensive Zier-Rabatten prägen vielerorts das Gartenbild. Der ökologische Nutzen spielt dabei oft eine untergeordnete Rolle.
Ein Naturgarten verfolgt einen ganzheitlicheren Ansatz. Neben einer ästhetischen Gartengestaltung werden auch die Bedürfnisse von Pflanzen, Tieren und dem Standort berücksichtigt. Statt auf wenige, oft exotische Pflanzenarten setzt ein Naturgarten auf vielfältige, standortgerechte und einheimische Pflanzungen, die Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Tierarten bieten.
Auch in der Gartenpflege unterscheiden sich die Ansätze. Im Naturgarten wird weitgehend auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, Pestizide und Kunstdünger verzichtet. Stattdessen kommen biologische Methoden zum Einsatz, welche die Bodenfruchtbarkeit fördern, natürliche Kreisläufe unterstützen und die Gesundheit von Pflanzen, Mensch und Umwelt langfristig stärken.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Naturgarten ungeordnet ist. Vielmehr entstehen lebendige Gartenräume mit Charakter, die zum Beobachten, Entdecken und Erleben einladen und Mensch und Natur auf besondere Weise miteinander verbinden.
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Ja. Unabhängig davon, ob es sich um einen grossen Garten, einen kleinen Vorgarten, einen Innenhof, eine Dachterrasse oder einen urbanen Stadtgarten handelt, nahezu jede Grünfläche bietet Potenzial für mehr Biodiversität.
Bereits kleine Massnahmen wie die Pflanzung einheimischer Wildpflanzen, eine naturnahe Hecke, eine Wildblumenfläche oder zusätzliche Strukturen wie Ast- und Steinhaufen können wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und viele weitere Tierarten schaffen.
Entscheidend ist dabei nicht die Grösse des Gartens, sondern ein durchdachtes und individuelles Gartenkonzept sowie eine fachgerechte Planung und Ausführung. Jeder Standort bietet unterschiedliche Möglichkeiten und Potenziale. Durch eine standortgerechte Gartenplanung können selbst auf kleinsten Flächen wertvolle Lebensräume für Mensch und Natur entstehen.Der Beschreibungstext erscheint hier
Im Einklang
mit der Natur
Im Naturgarten darf die Natur ihre eigene Sprache sprechen. Pflanzen, Tiere, Boden und natürliche Kreisläufe bilden ein miteinander verbundenes Ganzes, in dem jedes Element seinen Beitrag leistet.
Was auf den ersten Blick wie ein verblühter Stängel, etwas Laub oder alte Äste wirkt, ist oft Nahrung, Schutz oder Lebensraum für zahlreiche Tiere.
Der Boden wird nicht nur als Untergrund verstanden, sondern als lebendiges Gefüge voller Mikroorganismen, Pilze und Kleinstlebewesen. Pflanzen versamen sich, Insekten bestäuben Blüten und organisches Material kehrt als Humus in den natürlichen Kreislauf zurück.
Pflege bedeutet hier, diese Zusammenhänge zu verstehen und zu fördern. Es wird beobachtet, gelenkt und begleitet – stets mit dem Ziel, vielfältige und widerstandsfähige Lebensräume entstehen zu lassen.
So entwickelt sich ein Garten, der mit den Jahreszeiten lebt und mit jedem Jahr ein Stück reicher an Leben wird.
Bausteine eines Naturgartens
Ein Naturgarten entsteht nicht durch ein einzelnes Element, sondern durch das Zusammenspiel vieler kleiner Lebensräume. Bereits wenige gezielte Massnahmen können die Biodiversität fördern und einen Garten vielfältiger und lebendiger machen. Die folgenden Bausteine zeigen Möglichkeiten, wie du in deinem Garten ganz einfach mehr Natur und Leben fördern kannst.
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Einheimische Wildpflanzen bilden das Herzstück eines Naturgartens. Sie haben sich über Jahrtausende an unsere Böden, das Klima und die heimische Tierwelt angepasst. Viele Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten sind auf bestimmte Pflanzenarten angewiesen und finden nur dort die Nahrung, die sie zum Überleben benötigen. Gleichzeitig überzeugen Wildpflanzen durch ihre Natürlichkeit, ihre Robustheit und ihre grosse Vielfalt an Farben, Formen und Blütezeiten.
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Sträucher und Bäume schaffen Struktur, gliedern den Garten und prägen ihn oft über Jahrzehnte. Besonders einheimische Arten leisten dabei einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität. Ihre Blüten bieten Nahrung für Insekten, ihre Früchte werden von Vögeln und Kleinsäugern genutzt und ihre Äste dienen als Nist- und Rückzugsorte. Gleichzeitig spenden sie Schatten, verbessern das Mikroklima und verleihen dem Garten Charakter.
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Wildblumenwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Im Gegensatz zu intensiv gepflegten Rasenflächen bieten sie Nahrung für eine Vielzahl von Insekten und verändern ihr Erscheinungsbild im Laufe des Jahres immer wieder. Mal stehen Margeriten, Glockenblumen oder Flockenblumen im Vordergrund, später prägen Gräser und Samenstände das Bild. Gerade diese Dynamik macht ihren besonderen Reiz aus.
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Steinstrukturen gehören zu den wertvollsten Lebensräumen in einem Naturgarten. Zwischen den Steinen entstehen geschützte Hohlräume, die zahlreichen Tieren als Versteck, Überwinterungsort oder Sonnenplatz dienen. Trockenmauern verbinden ökologische Funktion und gestalterischen Mehrwert auf einzigartige Weise.
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Wasser zieht Leben an. Bereits eine kleine Wasserstelle wird von Vögeln, Wildbienen und vielen anderen Insekten genutzt. Grössere Teiche schaffen zusätzlichen Lebensraum für Amphibien, Libellen und zahlreiche Wasserorganismen. Wasser bringt Dynamik in den Garten und erhöht die Artenvielfalt oft schon nach kurzer Zeit deutlich.
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Was auf den ersten Blick ungeordnet wirken mag, ist für viele Tiere von grosser Bedeutung. Asthaufen, Totholz und Laub bieten Schutz vor Witterung, dienen als Überwinterungsquartier und schaffen Lebensraum für Käfer, Igel, Amphibien und zahlreiche weitere Arten. Gleichzeitig werden organische Materialien langsam zersetzt und wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt.
Auch in der Stadt Bern kann ein Garten zu einem wertvollen Lebensraum für Mensch und Natur werden.
Zwischen Häusern, Mauern und Strassen entstehen durch naturnahe Gartengestaltung vielfältige Gärten mit einheimischen Wildpflanzen, die Nahrung und Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und viele weitere Tiere bieten.
Selbst kleine Flächen – ob Vorgarten, Terrasse, Innenhof oder Balkon – können mit einer naturnahen Gestaltung einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten.
Ein Naturgarten im urbanen Raum verbindet Stadtleben und Natur. Er bringt Blüten, Vielfalt und Naturerlebnisse dorthin zurück, wo sie oft fehlen, und schafft lebendige Lebensräume mitten in Bern.
So entstehen kleine grüne Oasen, die summen, blühen und leben – und das Stadtbild leise, aber wirkungsvoll bereichern.